Geriatriezentrum Leopoldstadt: ein innovatives "Häuser im Haus"-Konzept Grafik: Schreiner-Kastler; Gassner & Hluma Communications Abdruck honorarfrei
Presseinfos
(18.01.2010)
Geriatriezentrum Leopoldstadt
„Häuser im Haus“ – Schöck sorgt für thermische Qualität und Schallschutz
Im 2. Wiener Gemeindebezirk entsteht derzeit das Geriatriezentrum Leopoldstadt. Das Gebäude, dem ein innovatives „Häuser im Haus“-Konzept zugrunde liegt, wird rund 300 pflegebedürftigen Personen Platz bieten. Der Schöck Isokorb hat einen großen Anteil an der thermischen Qualität – rund 2500 Stück wurden in verschiedenen Versionen eingebaut. Für Schallschutz sorgt die Schöck Tronsole.
2010 wird das neue Wohn- und Pflegehaus mit einer Bruttogeschossfläche von rund 33.000 m² fertig gestellt sein. Von hergebrachten Seniorenheimen unterscheidet sich die Konzeption des Geriatriezentrums Leopoldstadt allerdings grundlegend. Statt einfach von einem Hauptgang aus gleichförmig hintereinander gereihte Zimmer zu platzieren, entwickelte das Team des Wiener Architektenbüros Helmut Wimmer ein sogenanntes „Häuser im Haus“-Konzept.
Die einzelnen Ebenen der Geschoße sehen die Architekten als „übereinander gestapeltes Bauland“. „Es ist eine vertikale Stadtlandschaft, innerhalb der den Bewohnern unabhängig von der Gebäudegröße ein überschaubares Umfeld geboten werden soll.“ Zimmer und Funktionseinheiten sind zu kleinen „Häusern im Haus“ zusammengefasst. In den Zwischenräumen entstehen Gassen, Plätze und Sichtachsen, die den Aufenthalt außerhalb der Zimmer abwechslungsreich gestalten. Fenster zum Gang hin erleichtern die Teilnahmen am Stationsleben und sind ein Beitrag zur Vermeidung von Isolation.
Thermische Trennung der Balkone mit Schöck Isokorb Die Zimmer sind 20 m² groß, die Doppelzimmer 28 m². Jeweils mehrere Einheiten sind zu einem „Haus“ zusammengeschlossen. Diese eingeschossigen „Häuser“ haben unterschiedliche Größen und Formen, wodurch der Eindruck eines Dorfes verstärkt wird. Die Zimmer sind im Sinne des Konzeptes „Häuser im Haus“ als Wohneinheiten mit eigenen behinderten- und pflegegerechten Sanitäreinheiten eingerichtet. Es gibt eine starke farbliche Betonung der einzelnen Wohneinheiten auf den einzelnen Ebenen, damit den auf diesem Geschoß lebenden Senioren die Orientierung leichter fällt. „Da weiß ein Bewohner dann einfach, ich wohne im blauen Haus.“ Zur thermischen Trennung der umlaufenden Balkone kam der Schöck Isokorb in großem Stil und verschiedenen Varianten zum Einsatz. „Das ist eigentlich Standard“, sagt Weinberger: „Ohne die Verwendung dieser Elemente müsste man planerisch anders vorgehen.“ Im Geriatriezentrum wurden rund 2500 Stück Isokörbe verbaut. Alle Appartements sind großzügig verglast und durch Faltelemente über die ganze Breite des Zimmers zu öffnen. Jedes Zimmer hat eine eigene, private Loggia über die gesamte Raumbreite. „Das ist gleichsam der Hausgarten“, sagt Weinberger. Das wird auch durch das Stabgeländer unterstrichen, das als interpretierter Gartenzaun dient. Bei geöffneter Verglasung entsteht nahtloser Übergang zwischen innen und aussen. „Damit schafft man auch eine südliche Atmosphäre“, sagt Weinberger. Die automatisch ausfahrenden Marquisen vergrößern bei Sonnenlicht das Volumen des Gebäudes.
Freie Zonen statt abgeschlossener Räume „Was wir nicht wollten, war ein Mittelgang, von dem die einzelnen Zimmer und Appartements einfach an beiden Seiten abgehen, sondern wir wollten einen wohnlichen Charakter schaffen“, beschreibt DI Bernhard Weinberger vom Büro Architekt Helmut Wimmer: „In unserem Konzept gibt es viel Freiraum und die Anordnung ist sehr luftig gestaltet.“ „Wir haben versucht, die Gänge und Zimmer samt den Freiräumen so zu strukturieren, dass eine dörfliche Atmosphäre entsteht. Die „Boulevards“ haben unterschiedliche Durchmesser. Dort, wo es möglich war, sind sie mehr als die gesetzlich vorgeschriebene Mindestbreite 1,80 m breit, um den Bewohnern Raum zum gemütlichen Flanieren und auch zum Stehenbleiben, um miteinander zu reden, zu ermöglichen. „Statt abgeschlossener Aufenthaltsräume haben wir freie Zonen geschaffen, die ein zwangloses Kommen und Gehen ermöglichen, eben genauso wie in einem Dorf“, sagt Architekt DI Bernhard Weinberger. Diese dörfliche Struktur wiederholt sich in unterschiedlicher Anordnung auf allen sechs Ebenen: „Manchmal wächst auch ein Baum über mehrere Etagen.“ Und bildet damit gleichsam ein Dorfzentrum. Ein Merkmal aller Wohnungen sind Fenster auch im Inneren. Damit können bettlägrige oder wenig mobile Bewohner die anderen Patienten, Besucher und Pflegepersonal sehen – wie in einer Dorfgasse beim Blick aus dem Fenster. „Man ist dadurch immer mitten im Geschehen und nicht ausgeschlossen“ (Weinberger). Der Baukörper des Geriatriezentrums erstreckt sich über sieben Hauptgeschosse (EG und sechs Obergeschosse) sowie ein Untergeschoss und ist U-förmig angelegt. Dadurch wird ein Innenhof geformt der als Garten mit abwechslungsreicher Bepflanzung und Wasserflächen ausgebildet wird. Dort gibt es ein ringförmiges Café, das für Gäste offen ist, aber ebenso als Personalkantine dient.
Optimaler Schallschutz und mehr Gestaltungsfreiheit Neben den Isokörben in verschiedenen Versionen, die übrigens „made in austria“ aus dem Werk in Pucking (OÖ) geliefert wurden, kamen noch andere Schöck-Bauteile zum Einsatz. Dem laut Bauvorschrift verlangten Schallschutz dienen bei den Stiegen die Tronsole-Elemente. Sie ermöglichen eine einfache Verarbeitung und gewährleisten einen optimalen Anschluss der Folgegewerke. Durch den Systemgedanken werden nicht nur die Treppenanschlüsse, sondern auch die Fugen im Treppenhaus optimal abgedichtet. Die Fugen bleiben damit sauber und es können sich keine vermeidlichen Schallbrücken wie z. B. Steinchen oder Bauschutt einschleichen. Als Bewehrungselement von Flachdecken im Stützenbereich kam die „Bole“ von Schöck zum Einsatz. Diese punktförmig gestützten Flachdecken bieten viele Vorteile in Bezug auf die freie Grundrissgestaltung. Sie ermöglichen in der Bauausführung nichttragende Trennwände, einen geringeren Schal- und Bewehrungsaufwand, einen behinderungsfreien Ausbau unterhalb der Decke und die volle Nutzbarkeit der Geschosshöhen. Weiters wurden einbaufertige Dorne zur Übertragung von Querkräften in Dehnfugen verwendet, die kompliziertere Detaillösungen über Konsolen ersparen.
Im Erdgeschoss des Geriatriezentrums befinden sich neben einer multifunktionalen Zone noch weitere Nutzungsbereiche wie Andachtsraum, Mehrzwecksaal, Verwaltung, Untersuchungs- und Behandlungsbereiche, Therapiebereiche, und Friseur. Im Kellergeschoss befinden sich die Hauptküche, Röntgenbereich, Zentralgarderoben, Lager- und Haustechnikräume sowie der Müll- und Anlieferungsbereich. Das Geriatriezentrum Leopoldstadt wird von der Gesiba (Gemeinnützige Siedlungs- und Bauaktiengesellschaft) am Areal der „Alten Busgarage“ im Bereich Engerthstrasse/Vorgartenstraße errichtet und dann vom Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) gemietet. Die Liegenschaft verfügt über eine sehr gute öffentliche Verkehrsanbindung (Autobuslinie 11A und U-Bahnlinie U1), weist eine ruhige Lage auf und hat ausreichende Grün- und Erholungsflächen sowie Nahversorgungsunternehmen in unmittelbarer Nähe.
Bautafel: Geriatriezentrum Leopoldstadt, Wien, Österreich Auftraggeber: GESIBA Gemeinnützige Siedlungs- und Bau Aktiengesellschaft Planung Geriatriezentrum: Architekt DI Helmut Wimmer mit Architekt DI Andreas Gabriel und Architekt DI Bernhard Weinberger Planung Wohnbau und Betreutes Wohnen (Kopfbauten): Architekt DI Andreas Hawlik Bauausführung: Porr Projekt und Hochbau AG Bauaufsicht: Fritsch, Chiari & Partner ZT Gesellschaft mbH Bauzeit: September 2008 - Mai 2010 Projektwert: 55 Mill. € Farbkonzept: Oskar Putz
Weitere Informationen: Alfred Moser Schöck Bauteile Ges.m.b.H +43 1 786 57 60 alfred.moser@schoeck.at Thaliastraße 85/2/4 1160 Wien
Manfred Hluma Gassner & Hluma Communications +43 1 479 81 82 manfred.hluma@gh-pr.at Alsegger Straße 18/10 1180 Wien